Koffein in der Tasse: wie viel wirklich darin steckt
Wie viel Koffein in einer Tasse steckt
Die Frage erreicht uns regelmäßig, meist beim Kaffee für den Nachmittag. Die Antwort lautet: es kommt darauf an, und zwar mehr auf das Volumen des Getränks als auf die empfundene Stärke.
Ein Espresso aus der Siebträgermaschine oder aus der Kapsel enthält in der Regel zwischen 60 und 80 mg Koffein. Eine Tasse Filterkaffee von etwa zweihundert Millilitern liegt meist zwischen 90 und 140 mg. Die Moka bleibt nah am Filterkaffee, weil das Volumen ähnlich ist.
Die Spanne ist groß, weil hinter jeder Zahl vier Variablen stehen: die botanische Art der Bohne, die Dosis, der Mahlgrad und die Wassermenge, die durch den Kaffee läuft.
Deshalb können zwei Tassen aus derselben Packung um mehrere Zehnerprozente auseinanderliegen, obwohl sie gleich aussehen.
Eines sollte gleich zu Beginn feststehen: Bitterkeit misst kein Koffein. Sie entsteht vor allem durch den Röstgrad und den Verlauf der Extraktion, und beides hat mit der Koffeinmenge weniger zu tun als allgemein angenommen.
Warum ein Espresso weniger Koffein hat als eine große Tasse
Espresso gilt als der stärkste Kaffee, und in einer Hinsicht stimmt das: pro Milliliter ist er unschlagbar. Nur trinkt man eben sehr wenig davon.
Fünfundzwanzig Milliliter hochkonzentriertes Getränk tragen weniger Koffein als zweihundert Milliliter eines mehrfach dünneren. Das ist schlichte Arithmetik, auch wenn die Wahrnehmung das Gegenteil sagt, denn Espresso ist dicht, intensiv und hallt lange nach.
Der zweite Punkt ist die Kontaktzeit von Wasser und Kaffee. In der Siebträgermaschine läuft das Wasser in gut zwanzig Sekunden durch das Mahlgut, im Filter dauert es Minuten. Längerer Kontakt bedeutet, dass mehr Koffein in das Getränk übergeht.
Daraus folgt der Hinweis, den wir Kundinnen und Kunden mit Wunsch nach vollem Geschmack ohne hohe Dosis oft geben: ein Ristretto eignet sich besser als ein Lungo aus derselben Kapsel. Mehr Wasser heißt mehr Koffein, auch wenn das Ergebnis milder schmeckt.
Dasselbe Prinzip erklärt, warum der große Becher im Büro überrascht. Er schmeckt nicht stark, doch das Volumen wirkt.
Was den Koffeingehalt wirklich verändert
Die Art der Bohne. Robusta enthält etwa doppelt so viel Koffein wie Arabica. Mischungen neapolitanischer Schule, die auf Robusta aufbauen, bringen in derselben Tasse eine spürbar höhere Dosis als ein reiner Arabica. Die Zusammensetzung steht in den Produktbeschreibungen der Kaffee-Abteilung, und Mischungen von Röstereien wie Borbone setzen bewusst auf Robusta, denn sie liefert die dichte Crema und den trockenen Abgang.
Die Dosis. Sieben Gramm im Sieb oder neun Gramm sind ein Viertel Unterschied. In der Kapsel legt der Hersteller die Dosis fest, bei gemahlenem Kaffee und ganzen Bohnen entscheidet sie die zubereitende Person.
Der Röstgrad. Entgegen der verbreiteten Meinung hebt eine dunkle Röstung das Koffein nicht an. Das Molekül hält den Rösttemperaturen gut stand, der Abstand zwischen hell und dunkel bleibt gegenüber Art und Dosis zweitrangig.
Mahlgrad und Extraktionszeit. Ein feinerer Mahlgrad vergrößert die Kontaktfläche und beschleunigt den Übergang des Koffeins. Eine längere Extraktion wirkt genauso. Deshalb liegen Filter und Aufguss trotz sanften Geschmacks hoch.
Ein eigener Fall ist entkoffeinierter Kaffee, in dem nur eine Restmenge bleibt. Ausführlich beschrieben haben wir das im Beitrag über entkoffeinierten Kaffee und Aufgüsse am Abend.
Wie viel ist viel: einige Anhaltspunkte
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sieht in ihrer Stellungnahme eine Aufnahme von bis zu 400 mg Koffein pro Tag bei gesunden Erwachsenen als unbedenklich an, Einzelportionen bis 200 mg ebenso. Für Schwangerschaft und Stillzeit halbiert sich der genannte Tageswert.
In Tassen übersetzt sind 400 mg etwa fünf Espressi oder drei große Filterbecher. Die meisten unserer Kundinnen und Kunden bleiben ohne jede Mühe darunter.
Die zweite Größe betrifft die Zeit. Der Körper braucht üblicherweise vier bis sechs Stunden, um die Hälfte des aufgenommenen Koffeins abzubauen, bei manchen Menschen dauert es länger. Ein Kaffee um fünf Uhr nachmittags wirkt um zehn Uhr abends noch, wenn ihn niemand mehr mit dem späten Einschlafen in Verbindung bringt.
Es geht nicht darum, Milligramm zu zählen. Es geht darum, die eigene Grenze zu kennen und einen Kaffee im Haus zu haben, mit dem sie sich leicht einhalten lässt.
Die genannten Werte dienen der Information. In der Schwangerschaft, bei Medikamenteneinnahme oder Herzbeschwerden gilt der ärztliche Rat und nicht eine Tabelle.
Wie sich der Tag einteilen lässt
Das Muster, das bei unseren Kundinnen und Kunden am häufigsten aufgeht, ist schlicht. Morgens eine kräftige Mischung auf Robusta-Basis, kurz gezogen. Nach dem Mittagessen derselbe Kaffee, ohne ihn zu verlängern. Am späten Nachmittag etwas Sanfteres, abends ein entkoffeinierter Kaffee oder ein koffeinfreier Aufguss.
Bei einer Kapselmaschine ist es am bequemsten, zwei Sorten nebeneinander zu halten, eine kräftige und eine entkoffeinierte. Kapseln und Pads für alle verbreiteten Systeme stehen in der Kaffee-Abteilung, und die Systemseiten, etwa Nespresso® oder A Modo Mio®, helfen beim richtigen Format.
Bei gemahlenem Kaffee und ganzen Bohnen fällt die Feinsteuerung noch leichter, weil die Dosis selbst bestimmt wird. Die Auswahl steht unter Bohnen und gemahlener Kaffee.
Eine letzte Beobachtung betrifft die Gewöhnung. Der Körper stellt sich auf eine gleichbleibende Dosis ein, wer also vier Tassen am Tag trinkt, spürt sie weniger als jemand mit einer. Das ist kein Grund, die Dosis zu erhöhen, eher ein Argument, gelegentlich herunterzugehen und neu zu erleben, was Kaffee wirklich leistet.
Bleibt eine Frage offen, welche Mischung zur jeweiligen Maschine und Tageszeit passt, kontaktieren Sie uns bitte. Das Maracatú-Team hilft gern weiter.
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