Gebrauchte Kapseln und Pads: was damit tun
Was nach dem Brühen tatsächlich übrig bleibt
Eine gebrauchte Kapsel ist in einem einzigen Gegenstand zweierlei. Innen liegen wenige Gramm nasser Kaffeesatz, also organisches Material. Außen sitzt die Verpackung: Aluminium, Kunststoff oder ein kompostierbarer Werkstoff.
Die Schwierigkeit entsteht genau daraus, dass beide Teile verbunden und versiegelt sind. Solange sie zusammenbleiben, ist keine Sammelfraktion die richtige: in den Bioabfall gehört die Verpackung nicht, in Metalle und Kunststoffe nicht der Inhalt.
Die Größenordnung zeigt sich im Haushalt. Zwei Kaffee am Tag ergeben rund siebenhundert Kapseln im Jahr, also einige Kilogramm Kaffeesatz und mehrere hundert Gramm reine Verpackung.
Die gute Nachricht: das Trennen der beiden Teile dauert wenige Sekunden und ändert das Bild vollständig. Die schlechte: niemand tut es von selbst, denn eine verbrauchte Kapsel wirkt wie ein einheitlicher Gegenstand.
Papier-Pads im ESE-Format sind die Ausnahme, auf die wir weiter unten zurückkommen: sie sind anders aufgebaut und machen die geringsten Umstände.
Aluminium, Kunststoff, kompostierbar: wie man sie unterscheidet
Aluminium. Erkennbar am Klang und daran, dass es nach dem Zusammendrücken nicht zurückfedert. Das Material übersteht viele Recyclingdurchgänge mit geringen Verlusten, deshalb ist eine geleerte Aluminiumkapsel der wertvollste der drei Abfälle.
Kunststoff. Die Kapsel gibt unter den Fingern nach und federt zurück, der Deckel ist oft eine Folie. Kunststoff mit einer Aluminiumschicht darüber ist ein Mehrschichtmaterial und lässt sich schwerer verwerten, weil die Schichten zuerst getrennt werden müssen.
Kompostierbares Material. Der Hersteller weist es stets auf der Packung aus, meist mit Verweis auf die Norm EN 13432. Ein Detail lohnt Beachtung: diese Norm beschreibt die industrielle Kompostierung bei hoher, gleichmäßiger Temperatur. Ein Gartenkomposter erreicht solche Bedingungen selten, der Abbau dauert daher deutlich länger.
Papier-Pads im ESE-Format. Sie sind schlicht ein Papierfilter mit Kaffee darin, ohne Metall und ohne Kunststoff. Das ganze Pad gehört in den Bioabfall, sofern die Kommune ihn sammelt. Formate und Kaffees dieses Systems stehen in der Abteilung ESE-Pads 44 mm.
Schweigt die Verpackung zum Material, führt der kürzeste Weg über die Produktseite im Shop: für jeden Artikel der Abteilung Kaffee nennen wir System und Kapseltyp.
Wohin es wirklich gehört
Eine Regel lohnt sich zu merken: erst leeren, dann trennen. Eine Kapsel mit Kaffeesatz darin ist Restmüll, gleich aus welchem Material sie besteht.
Aluminium gehört, geleert und kurz ausgespült, in die Wertstofffraktion für Metalle und Kunststoffe. Kunststoffkapseln folgen derselben Fraktion, auch wenn ihre Verwertung aufwendiger ist. Der Kaffeesatz kommt in den Bioabfall oder auf den Kompost.
Kompostierbare Werkstoffe sind in Polen der uneindeutigste Fall. Manche Anlagen nehmen sie mit dem Bioabfall an, andere nicht, weil sie auf der Sortierlinie kaum von Kunststoff zu unterscheiden sind. Die Regeln setzt die Gemeinde, die verlässliche Auskunft steht also auf deren Website.
Wovon wir abraten: Kapseln mit dem Messer aufschneiden oder verbrennen. Es genügt, den Deckel abzuziehen und den Inhalt auszuklopfen, am besten, wenn die Kapsel abgekühlt und etwas abgetrocknet ist.
Was mit dem Kaffeesatz selbst geschehen kann, haben wir gesondert beschrieben, im Beitrag darüber, was sich damit anstellen lässt, statt ihn wegzuwerfen.
Der tägliche Ablauf: ein Behälter neben der Maschine
Alles hängt an der Bequemlichkeit. Wenn das Leeren der Kapseln einen Gang zur Spüle im Nebenraum bedeutet, unterbleibt es. Steht ein Behälter neben der Maschine, geschieht es von selbst.
Die Anordnung, die wir am häufigsten empfehlen, hat drei Teile: einen Behälter für verbrauchte Kapseln direkt an der Maschine, ein kleines Gefäß für den Kaffeesatz und einen festen Zeitpunkt in der Woche, an dem beides geleert wird.
Behälter und Schubladen für Kapseln und Pads stehen in der Abteilung Kapsel- und Padbehälter. Schubladenmodelle fassen meist den Vorrat einiger Tage und halten die Feuchtigkeit an einer Stelle.
Ein praktischer Hinweis: nasse Kapseln in einem geschlossenen Behälter schimmeln binnen weniger Tage. Besser eignet sich ein offenes oder belüftetes Gefäß, das regelmäßig geleert wird.
Wer im Büro Kaffee kocht, geht meist einen Schritt weiter und stellt einen gemeinsamen Behälter für das ganze Team auf. Beschrieben haben wir das im Beitrag über Kaffee im Büro.
Weniger Abfall an der Quelle
Das Trennen erledigt die halbe Aufgabe. Die andere Hälfte besteht darin, von vornherein weniger Verpackung entstehen zu lassen.
Der einfachste Weg führt über das Format. Ganze Bohnen und gemahlener Kaffee ergeben eine Packung je einige hundert Gramm statt Dutzender einzelner Portionen, und der Satz wandert direkt in den Bioabfall. Die Auswahl steht unter Bohnen und gemahlener Kaffee.
Der zweite Weg sind ESE-Pads, bei denen der Papierfilter selbst die Verpackung ist. Maschinen für dieses Format stehen in der Abteilung Maschinen für ESE-Pads.
Der dritte ist schlicht die größere Sammelpackung Kapseln, die bei gleicher Kaffeemenge weniger Karton und weniger Folie hinterlässt.
Keine dieser Lösungen schlägt die anderen in jeder Lage: entscheidend ist, welche Maschine in der Küche steht und wie viele Tassen täglich daraus kommen. Bleibt offen, welches Format in einem Haushalt am sinnvollsten ist, kontaktieren Sie uns bitte. Das Maracatú-Team hilft gern weiter.
Bild: gebrauchte Aluminium-Kaffeekapseln, Andrés Nieto Porras, CC BY-SA 2.0 (Wikimedia Commons).
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